Bündnis gegen Depression

Gesundheits- und Pflegekonferenz des Hochsauerlandkreises empfiehlt den Aufbau eines "Bündnis gegen Depression"

Die GPK hat in ihrer Sitzung am 20.07.2011 einvernehmlich beschlossen, den Aufbau eines "Bündnis gegen Depression" im Hochsauerlandkreis zu unterstützen. Sie empfiehlt, sich dem bundesweiten "Bündnis gegen Depression" anzuschließen.

Zahlen / Daten / Fakten

Nach dem Gesundheitsbericht der Bundesregierung "Gesundheit in Deutschland" aus dem Jahre 2006, der auf den aktuellsten verfügbaren Daten beruht, "durchleben in Deutschland 15 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer innerhalb eines Jahres eine depressive Phase". Auch bei der Allgemeinarztstudie "Depression 2000" wurde festgestellt," ... unter den in allgemeinärztlicher Behandlung befindlichen Patientinnen und Patienten litten am Untersuchungsstichtag 4,2 Prozent der Frauen und 3,1 Prozent der Männer an einer schweren Form der Depression"

Die Zahlen und Fakten belegen die Notwendigkeit, sich verstärkt diesem Personenkreis zu widmen und insbesondere den Auf- und Ausbau entsprechender ambulanter und komplementärer Netzwerke und möglicher Dienste zu forcieren.

Ziel des "Bündnis gegen Depression"

Ziel eines Bündnisses gegen Depressionen ist es, auf mehreren Ebenen die Versorgungs- und Lebenssituation depressiver Menschen zu verbessern und auf diese Weise auch Suizide zu verhindern. Verbesserte Kooperationen sind hier gute Ansätze zur Zielerreichung. Es wird daher angestrebt, Institutionen und Personen im Hochsauerlandkreis in das Bündnis gegen Depressionen einzubinden, die primär oder sekundär depressiv erkrankte Menschen beraten und behandeln. Trotz einer guten Versorgungsstruktur für Menschen mit psychischen Störungen im Hochsauerlandkreis besteht noch erhebliches Potential zur Verbesserung der Früherkennung und Behandlung von Depressionen. Die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Krankheit Depression und die Enttabuisierung der Thematik sind weitere Schritte oft langen krankheitsbedingten Ausfallzeiten, Unterversorgung und Chronifizierung von depressiven Erkrankungen vorzubeugen.

Bundesweite "Bündnisse gegen Depression"

Als Modellprojekt wurde das "Nürnberger Bündnis gegen Depression" vom Kompetenznetz "Depression" initiiert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das Kompetenznetz Depression, Suizidalität widmete sich von 1999 bis 2009 als bundesweites Netzwerk der Optimierung von Forschung und Versorgung im Bereich depressiver Erkrankungen. Das Kompetenznetz Depression, Suizidalität und das daraus entstandene Deutsche Bündnis gegen Depression e.V. haben in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich daran gearbeitet, die Versorgung von depressiv Erkrankten zu verbessern. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe werden die Aktivitäten des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetz Depression, Suizidalität und des Deutschen Bündnis gegen Depression e.V. seit dem Jahr 2010 gebündelt und weiterentwickelt.

Umsetzung im Hochsauerlandkreis

Mittlerweile haben über 60 Regionen und Städte örtliche "Bündnisse gegen Depressionen" gestartet. Innerhalb der einzelnen Bündnisse arbeiten unterschiedlichste Institutionen und Personen zusammen.

Je nach lokalen Kooperationsmöglichkeiten gehören Ärzte, Psychotherapeuten, Beratungsstellen, Kliniken, Schulen, Apotheken, Kirchen, Selbsthilfe- und Angehörigengruppen und viele weitere professionelle Versorgungseinrichtungen sowie private Initiativen zum Netzwerk der Bündnisse. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleistet eine hohe Akzeptanz und breite Wirksamkeit des Aktionsprogramms auf lokaler Ebene. Die gute Kooperation dient somit der Verbesserung der Versorgungs- und Lebenssituation depressiver Menschen.

Im Rahmen einer Arbeitsgruppe der GPK soll die weitere mögliche Umsetzung eines Bündnisses gegen Depressionen im Hochsauerlandkreis erarbeitet werden Dabei soll neben der Rekrutierung von Partnern vor Ort die Aufklärungs-/Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung zum Thema "Depression" und Umgang mit akuter Suizidalität im Vordergrund stehen.

Ansprechperson

0291 / 94-1469